Montag, 11. Mai 2009

Eine Antwort auf den offenen Brief von 2 Studentinnen der Uni Leipzig

Hallo liebe studentische Vertretungen,

am Samstag fand das Eröffnungskonzert für die 600 Jahrfeier im Gewandhaus statt. Auch wir sind unserer Einladung gefolgt und nahmen daran teil. Zum Festakt gehörten nicht nur die musikalischen Stücke, sondern auch Reden und Interviews, wobei letztere nicht im Programm aufgeführt waren.
Leider hatte die Veranstaltung auch ihre Schattenseiten, sowohl von Seiten der Studenten als auch von Seiten der Veranstalter. Das Programm schien sehr kurzfristig geändert worden zu sein, so dass aus einigen Reden Interviews wurden (auch die Rede von Sturasprecher Thomas Dudzek), dies wurde vom Veranstalter wohl erst sehr kurzfristig einigen Beteiligten mitgeteilt. Dadurch ergab sich ein einseitig (Uniseite) kontrolliertes Gespräch, was die Studenten in keinem guten Licht darstellte.
Leider gaben einige Studenten auch nicht ihr Bestes von den Rängen, wie die junge Dame oben rechts mit ihrer kreischend hysterischen Stimme. Sie unterbrach auf eine dreiste Art und Weise mehrmals die Rede von Ministerpräsident Tillich und das Interview mit Oberbürgermeister Jung. Solche Aktionen werfen kein gutes Bild von uns auf die geladenen Gäste. Wie soll eine Debatte im angemessenen Rahmen geführt werden, wenn eine Seite teilweise nicht mal die Umgangsregeln beherrscht? Zu dem vorgelesenen offenen Brief, den nun auch alle per Mail erhalten haben, seien nur zwei Dinge zu sagen. Kritikpunkte ohne schlagkräftige Argumente anzubringen, zeugen nicht von geistiger Größe und trotz Protesten sollte man die Form wahren. In Deutschland wird der Titel einer Person üblicherweise aus Respekt und Höflichkeit mit in der Anrede verwendet. So hätte es auch bei Prof. Dr. Häuser/ Rektor Häuser der Fall sein müssen. Während der Veranstaltung wurde sein Name zudem mit einer herab wertenden Handbewegung und dem bloßen „Herr“ genannt. Auch wenn Protest ausgeübt wird, sollten die Protestierenden den Umgangsformen mächtig sein und dennoch ihren Gegenüber mit Respekt behandeln.
Die Geschichte wiederholt sich nach 600 Jahren. Ungerecht behandelte protestieren, weil ihnen Teile ihres Wahlrechts (heute Mitspracherecht) genommen wurden. Somit erinnerte die Aktion ein wenig an den Anlass zum Auszug aus Prag 1409, was weitreichend als Beginn des Gründungsereignisses bekannt ist.
Noch ein kleiner Tipp für die nächsten Reden:
- Rhetorische Mittel einfügen
- belegbar Argumentieren
- respektvolle Kommunikation
Zu guter Letzt: Einen Studenten zeichnet sich, laut des tschechischen Rektors Hampl, durch seine an der Universität erlernte Fähigkeit des Nachdenkens (allumfassend und vorausschauend) aus. Das sollten wir alle auch zeigen!

Liebe Grüße,
Cathleen (Mitglied Fachschafts- und Fakultätsrat Biowissenschaften und Pharmazie)
und Linda (Otto-Normal-Student und Begleiterin)

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Ist es nicht egal, was "wir" für ein bild auf die geladenen Gäste werfen? Schließlich sind wir es, die hier an dieser Uni studieren. Missstände sollten aufgezeigt werden.

Und wenn eine Uni das Nachdenken nicht mehr vermittelt, sondern Wissen modular anbietet, dann führt sich die Aussage von Rektor Hampl ad absurdum.

Anonym hat gesagt…

Und nun ein paar Tipps von mir an die obrigkeitshörigen Opportunistinnen:

Eine Erziehungsemail schreiben voller "guter" Hinweise bezüglich Argumentation und Höflichkeit und dann (zumal als Fachschafts- und Fakultätsratsmitglied) den Namen des Stura-Sprechers verhunzen - das ist bitter... (Tipp: www.stura.uni-leipzig.de)

Wenn man die Argumentation für nicht stichhaltig hält, warum widerlegt man dann keines der Argumente - das ist dann wiederum nicht stichhaltig!

Das einzige woran sich hier aufgegeilt wird, sind mittelalterliche Höflichkeitsphrasen und Floskeln, inhaltlich wird kein Wort über das Schreiben/die Aktion verloren und das von denen die anderen die Fähigkeit zum Nachdenken absprechen.

Welche Belege für die beschissene Studiensituation sind denn gewünscht - ich finde der Brief dieser engagierten StudentInnen sagt mehr über Geistlosigkeit aus als jede Evaluation des Prorektorates.

PS: Ich weißs das nicht alles jeden Geschmack trifft, aber diese dauernden Forderungen nach einem Protest, welcher niemanden stört und sich auf angenehme Weise in die kleine Welt zwischen Zeit Campus, student! und LVZ einordnet ist einfach nur lächerlich!

Johannes

Anonym hat gesagt…

Ich habe das ganze nicht miterlebt, aber ein gewisses Benehmen und Respekt gehört für mich schon dazu, und sollte man auch gerade als Student haben. Das ganze hat ja nichts mit inhaltlichen Grenzen zu tun.
Ich denke auch nicht, dass sich einer der Protestierenden hier angegriffen zu fühlen braucht (hat so den Anschein). Jedem das seine. ;)
Aber schön, dass ihr auch so etwas postet!

Prof. Wiese hat heute übrigens auch in der Vorlesung angesprochen, dass Studenten auf der Feier protestiert hätten, da wohl sehr wenig Studenten eingeladen worden sind, die Zustände schlecht und es nichts zu Feiern gäbe.

Anonym hat gesagt…

"Auch wenn Protest ausgeübt wird, sollten die Protestierenden den Umgangsformen mächtig sein und dennoch ihren Gegenüber mit Respekt behandeln."

Wenn man so handelt dann würde ich sehr wohl von überlegter Handlung sprechen. Man nennt es symbolische Kommunikation. Indem man sich nicht an die von allen anwesenden erwarteten und geforderten Formen hält, übt man eine Form von Protest und dazu noch eine, die nicht übergangen wird, die anscheinend aufsehen erregt.
Nicht umsonst werden Dress-Codes verkehrt, Rituale umgekehrt und Regeln missachtet wenn Protest geübt werden soll!

Sobald der Diskurs in einem gleichberechtigten Gespräch entsteht, ist es wieder angebracht sich an Formen zu halten. Im Rahmen dieser Veransteltung war aber keine Debatte der momentanen Zustände zu erwarten.

mfG Bob

doppelplusgut hat gesagt…

Ich stimme dem Brief zu. Ohne gewisse Regeln wie Respekt geht es leider nicht und die sollte man beachten, wenn man sich Gehör verschaffen will.

Anonym hat gesagt…

zustimmung, johannes. frage: was hat dieser brief hier zu suchen. soll das einen diskurs simulieren, der andernorts weitaus interessanter und vor allem inhaltlicher geführt wird?

Anonym hat gesagt…

Aus einem Thread auf Uniturm.de

"uhh und ich habe gerätselt was diese verwirrenden aussagen auf den bannern zu bedeuten haben. vielleicht sollte man die aussagen deutlicher halten wenn man schon räume besetzt."

"Ich studiere ebenfalls in Leipzig. Einige von den "Protestanten" haben ihre Umgangsformen vergessen. Mir ging es genauso mit den Bannern. Habe das auch nicht gleich geschnickt."

mfg

Anonym hat gesagt…
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Anonym hat gesagt…

kann mich johannes nur anschließen!

was seid ihr denn bitte für eine studierendenvertretung, die zuerst an die korrekte anrede für einen beamten denkt? jetzt tut mal nicht so, als ob herr häuser in seinen PERSÖNLICHKEITSRECHTEN verletzt würde, wenn man ihn nicht rektor nennt. ich kann euch nur auffordern, inhaltliche kritik (die ihr ja vage ansprecht) auszuformulieren, auszutragen, zu diskutieren und das nicht per entsetzem mutti-brief, sondern in kooperativer und sachlicher atmosphäre in den besetzten räumen.

andreas

Flo hat gesagt…

Eher als generelle Anmerkung zur Fragestellung "ruhiges, ehrwürdiges Gedenken an 600 Jahre Uni Leipzig" vs. kritische Intervention durch Protest folgendes nettes Zitat eines einst an unserer Uni Lehrenden:

„Nur jenes Erinnern ist fruchtbar, das zugleich erinnert, was noch zu tun ist.“

– Ernst Bloch: zitiert nach Dr. Reinhard Gaede in CuS 4.1998

Anonym hat gesagt…

http://www.tagesschau.de/ausland/frankreich196.html

A*** G. hat gesagt…

Warum ist der Titel 'Herr' nicht respektvoll? Oder ist ein Rektor mehr wert als ein Otto Normalbürger? Nächste Mal kann man ihn auch mit 'Kommilitone' Häuser anreden!

Ich war nicht auf der Feierlichkeit. Aber ich habe nur allzu großes Verständnis dafür die Veranstaltung als Forum zu nutzen. Sich etwas schön reden bringt nix!

Und an die Kritiker, die mit Plakatsprüchen, die ja von Namens wegen schon immer plakativ waren, nix anfangen können; geht zu den Protestierenden und fragt sie!

Auf dem Blog kann man das auch tun!

Anonym hat gesagt…

Fakt zum Bachelor:
Über 40 % Abbrecherquote!

www.taz.de/1/zukunft/wissen/artikel/1/bueffeln-in-deutschland

Anonym hat gesagt…

Was wohl der Herr Genosse Oberstaatsratsvorsitzender gesagt hätte wenn man ihn nur mal freundlich gefragt hätte...

Ich kann Bob da nur zustimmen